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 Betreff des Beitrags: Und dann brach das Eis....
BeitragVerfasst: Fr 11. Dez 2020, 13:05 
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Registriert: Do 28. Okt 2010, 17:00
Beiträge: 2549
(OT: Eventtext, weitere Infos folgen... ;))
wer mag :)
https://www.youtube.com/watch?v=dFe5HPi6Lkw
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Still war es um den fernen Außenposten Eiswacht geworden. Einst ein ambitioniertes Vorhaben, wardieser Posten mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Ein Graben sollte die Ländereien des Goldenen Reichs vor Eindringlingen aus dem Ewigen Eis schützen. Gefangene und allerlei Kriminelle wurden nach Eiswacht geschickt, um ihren Dienst am Reich zu tun und für ihre Vergehen zu büßen. In der eisigen Ödnis fristeten die Männer und Frauen ihr Dasein und taten ihre Pflicht, wie es das Reich von ihnen verlangte. Neben den vielen Gefangenen gab es auch eine kleine Besatzung, welche über Eiswacht, den Graben und die Gefangenen wachten. Ein undankbarer Dienst auf einem undankbaren Posten in einer noch undankbareren Gegend.

Alistair stand diesen Morgen recht früh auf, es war bitterkalt und er hasste diesen Ort von Tag zu Tag mehr. Nur noch ein paar Wochen, dann konnte er zurückkehren, raus aus dem Eis und zurück inwärmere Gefilde. Immerhin schneite es heute nicht, ein kleiner Trost. Nachdem er gefrühstückt hatte, machte er sich zu seinem Posten auf. Heute hatte er Wache und sollte die Arbeiten beobachten. Am Graben angekommen, löste er einen der Wachmänner ab und wünschte ihm einen schönen Tag. Der Graben war bereits mehrere hundert Meter lang, aber nicht sonderlich breit oder tief. Doch selbst diese paar Meter würden, zumindest an dieser Stelle, ein gewaltiges Hindernis darstellen. Allerdings solang dieses gigantische Bauwerk nicht fertig gestellt war, würde es keine effektive oder sichere Verteidigung bieten, solange man einfach drum herumspazieren konnte. Alistair sah den Gefangenen beim Arbeiten zu, wie sie mit Schaufeln und Spitzhacken das Eis bearbeiteten und somit den Graben tiefer in das Eis trieben - eine Mammutaufgabe. Es war wie den Ozean mit einem Löffel zu leeren und wer wusste, wie lang dies alles noch dauern würde. Alistair erwischte sich bei dem Gedanken, dass, wenn es mehr Verbrecher und Banditen gäbe, die Arbeiten schneller gehen würden. Er grinste schief bei diesem Gedanken, schließlich war es eine absurde undalberne Rechnung.

Alistair stützte sich auf seinen Speer und blickte gen Süden, über den Graben und in die Weite des Ewigen Eises. Was dort wohl lag? Ob dort etwas lag, hinter den nicht enden wollenden Eiswüsten, niemand wusste es. Vielleicht lag dort auch gar nichts und es würde mit Schnee und Eis weitergehen. Vielleicht hörte das Eis auch irgendwann auf und es würde wieder wärmer werden...oder möglicherweise endete die Welt irgendwann einfach...Doch gerade als er begann, sich Dinge in seinem Innersten auszumalen, spürte er ein Vibrieren. Es dauerte einen Moment, bis er verstand, dass es der Boden war. Die Gefangenen schienen es auch zu spüren, denn sie hielten in ihrer Arbeit inne. Nicht nur, dass der Boden vibrierte, nun setzte auch noch ein Dröhnen ein, welches immer lauter wurde. Ebenso wurde die Vibration stärker. Ein gewaltiges Knacken erfüllte die winterliche Luft. Alistair wusste es zuerst nicht einzuordnen, bis plötzlich das Eis aufsprang und gewaltige Blöcke herausbrachen. Diese türmten sich neu, fielen wieder zusammen, Eis splitterte und bildeten gefährliche Geschoße, die durch die Luft flogen. Die Welt um sie herum lehnte sich auf und brach zusammen. Schreie drangen aus dem Graben hervor und verstummten ebenso schnell oder gingen im Getöse unter. Die Erde war in Bewegung, oder viel mehr das Eis, es bewegte sich wie ein Gletscher, nur viel zu schnell und in alle Richtungen. Eisschicht schob sich über Eisschicht und Gletscherspalten taten sich auf, die mehrere hundert Meter tief waren.

Nach dem anfänglichen Schock nahm Alistair die Beine in die Hand und rannte was das Zeug hielt. Wenn er überleben wollte, musste er hier weg und zwar schnell. In Eiswacht herrschte Panik, die Gefangenen nutzten die Gelegenheit zum Aufstand und es kam zum Kampf. Einige rannten davon, andere versuchten die Ställe zu erobern. Alistair hatte Glück, denn vor ihm war ein Reiter, ein riesiger Eissplitter hatte sich in sein Brust gebohrt und ihn getötet. Alistair schubste die Leiche vom Pferd. Wer auch immer da gerade gestorben war, hatte mitgedacht und Versorgungsbeutel mit sich nehmen wollen. Alistair gab dem Pferd die Sporen, ihm war es gleich, was mit den anderen geschah, er schuldete hier niemanden etwas. Dann verließ er den Vorposten, er würde hier nicht sterben. Ein letztes Mal sah er sich um. Er erblickte etwas Sonderbares zwischen den Eisschichten,
waren das Mauerstücke oder gar ein Bauwerk? Aber wo kam das her? Steine mit alten Symbolen ragten aus dem Eis und er traute seinen Augen nicht. Ein Baum schlug neben ihm auf den Boden und sein Pferd stieg auf. Er hatte Mühe, sich im Sattel zu halten. Das Eis brach, ein gewaltiger Riss öffnete sich unter Eiswacht und es drohte zu versinken. Alistair gab dem Pferd die Sporen, er wolltehier definitiv nicht draufgehen. Eiswacht versank im Eis und das Tosen des Gletschers war noch nicht vorüber. Er ritt so schnell er konnte nach Norden, er musste Eliars Hain erreichen...

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"Frieden ist das edelste aller Ziele
doch nur wer willens ist für ihn zu kämpfen
kann ihn bewahren.“
Thul´Heen des Südens
Süd-Orga
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