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 Betreff des Beitrags: Kurzgeschichte: Bloß ein Stück Papier
BeitragVerfasst: Do 29. Sep 2016, 22:40 
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Wohnort: 47445 Moers
Kurzgeschichte:
Status: +++GESCHLOSSEN+++

Leise ging der Abend in der Freyenmark in die noch junge Nacht über.
Eine Ruhe legte sich auf allem im Wald nieder gleich einem dichten Tuch.
Abseits eines Weges lag im dichten Laub des frühen Herbstes ein Blatt.
Mitten unter anderen Blästern war es gleich und doch verschieden.
Kein Blatt, welches das Haupt eines großen Baumes ziert wenn der Wald grünt, nein nein.
Es handelte sich um ein zerknülltes und in Mitleidenschaft geratenes Blatt Papier, wie es die Menschen herstellten um darauf so manch Zeile zu verewigen.
Wie es dort im kupferfarbenen Laub der Bäume lag, wirkte es fehl am Platz, gehörte es doch in eine Schreibstube und nicht hierher.
Und doch lag es hier an diesem Ort.
Nicht viel der Schrift war noch zu entziffern.
Die Schrift wurde von herausgerissenen Ecken und roten Sprenklern groß wie saftigen Kirschen entstellt.
In den wenigen leserlichen Worten sollte wohl
... Versprengt worden... Schwarm... Kämpfe überall... stehen.
Merkwürdie Worte für diesen so friedlich wirkenden Ort.
Waren sie wohl dafür gedacht worden, als Nachricht überbracht zu werden, kamen sie doch nie an.
Unten, in einer kleinen Ecke stand das letzte Wort in großen geschwungenen Linien.
Buchengrund
So sank die Nacht hernieder und verschluckte Blatt und Wald in der Dunkelheit.
Plötzlich ein leises Husten in der Stille.
Unweit des verirrten Papiers saß jemand an einen Baum gelehnt.
Die Gestalt hatte ein Schwert in Händen und wirkte von einer kräftezehrenden Schwäche heimgesucht.
Nur schwer zu erkennen, durch braune und grüne Kleidung bildete er eins mir dem Wald.
Nicht einmal die Klinge machte auf such aufmerksam, war sie wohl mit Ruß eingerieben worden.
Hustend saß er leise dort, die linke um die Seite geschlungen.
Ein schwaches Zucken durchfuhr die Gestalt, die ein Mann zu sein schien.
Die linke sankt hernieder und kam raschelnd auf Eichenlaub auf.
Still lag sie dort und rührte sich nicht mehr.
Wieder kehrte Stille ein, diesmal würde es so bleiben...

_________________
Was für ein Mann ist ein Mann, wenn er nicht die Welt verbessern will...

Niemals vergeben, niemals vergessen!
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