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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: So 27. Aug 2017, 00:35 
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Wohnort: 47445 Moers
Die Tür der großen Halle wurde so fest aufgeschlagen, dass ein paar Kerzen auf den Tischen erloschen.
Liam, der Schreiber zu Hof platzte herein.
Konstantin blickte den Jungen finster an.
Der Lordkommandant war gerade in der großen Halle im Gespräch mit dem Stadtrat, als sein Schreiber wie eine Ramme hereingeflogen kam.
"Werte Herren verzeiht, ich kläre das." sagte Konstantin, seinen Unmut darüber unterdrückend.
Der Ritter ging auf Liam zu, welcher fast schlitternd vor ihm zum stehen kam.
Alle Luft schien aus ihm gewichen zu sein und er konnte lediglich ein Stück Papier vorhalten, welches anscheinend dringlich war.
Stirnrunzelnd riss Konstantin seinem Schreiber das Schriftstück aus der Hand und hielt es gegen den Lichtschein eines der Feuerkörbe um besser lesen zu können.


Die für den Blutpakt Verantwortlichen... in der ersten Woche des neunten Mondes...Pallas Kronion... Finan Thorleifson und Angus MacKay ihrer Ämter bis auf weiteres enthoben...


Konstantins Blick fuhr nach oben und sein Gesicht sah aus als hätte er gerade eine Erscheinung gesehen.
Gerade noch in seinen eigenen Gedanken gefangen, fuhr er herum und stürmte auf die große Tafel zu.
Dort saß nicht nur der versammelte Stadtrat mit fragenden Blicken, sondern lag dort auch eine große Karte des goldenen Reiches, auf der kleine Figuren standen, welche Armeen symbolisierten.
Julius, der Stellvertreter des Lords hatte sich bereits von seinem Platz erhoben und trat nun an die Seite seines Herren.
Über der Karte brütend hielt er seiner rechten Hand den Aushang hin, damit auch er verstand was los war.
"Eintausend Mann in der Herzfeste wenn die Berichte stimmen... Wenn Sie genauso blind und impulsiv handeln wie immer, stehen die in zwei Wochen in der 1. Provinz und marschieren auf Pallas Kronion. Im Westen werden wir ihnen nicht helfen können..." murmelte der Ritter halb zu sich selbst.
Er blickte auf und direkt zu Liam, der sich mittlerweile etwas gesammelt hatte, aber immer noch schwer atmete.
"Bereite zwei Briefe vor. Einen nach Pallas Kronion, einen nach Grunwasser. Fallt der schlimmste Fall eintritt sind sie und Greifenfels die ersten die es wissen."
Julius, der gerade den Aushang dem nächsten übergab zeigte auf die Karte.
"Der Weg zur Hauptstadt führt von Osten nur über die Caladh Maháir Pforte. Sie müssten hier in jedem Fall durch."
Der Ritter nickte bei den Worten seiner rechten Hand.
In Konstantin tobten Gedankenstürme.
Die Chancen, bei den Angeklagten auf einen kühlen Kopf hoffen zu können war schwindend gering.
Es war leider nur wahrscheinlich, dass in einigen Wochen eine wütende Horde mit wildem Geschrei und blindem Zorn auf die Hauptstadt marschierte.
Es war ohne Zweifel das uneingeschränkte Recht des Herrschaftshofes die Anklage über einen Aushang verlauten zu lassen, doch hatte der Ritter bis zuletzt auf eine subtilere Methode gehofft.
"Die Invicta in Alarmbereitschaft setzen. Wachen auch nachts auf den Türmen. Die äußeren Lager räumen, alle ziehen sich hinter die Mauern zurück."
Die Befehle waren knapp aber verständlich.
Sofort standen die zuständigen Ratsmitglieder auf um die Befehle umsetzen zu lassen.
"Ich hoffe, dass diese ganze Geschichte ohne Blutvergießen endet.
Sollte es dennoch dazu kommen will ich, dass die Stadt bereit ist."

Julius blickte ungläubig zu seinem Herrn und schüttelte den Kopf.
"Mein Lord bei allem Respekt, aber wir haben gerade erst die letzten Mauerteile Instand setzen können. Glaubt ihr, dass Falkenwacht diesem Ansturm standhalten könnte?"
Der Ritter wusste um seine taktische Lage, wusste dass die Stadt bei weitem nicht so wehrhaft war wie er es sich wünschen würde. Doch hatte er in diesem Fall denn die Wahl?
"Julius, ihr Ziel ist nicht Falkenwacht. Zudem werden wir uns nicht zu überstürztem Handeln hinreißen lassen. Außerdem spreche ich hier lediglich von Vorbereitungen für den Notfall, dass meine Befürchtungen wahr werden."
Die rechte Hand nickte einsichtig.
Ohne ein weiteres Wort eilte Julius davon um den Befehlen seines Herren nachzukommen.
Nicht mehr viele waren noch in der großen Halle versammelt.
Der Ritter blickte wieder stinrunzelnd auf die Karte, setzte ein paar Figuren um und murmelte Unverständliches vor sich hin.
In Konstantins Kopf überschlug sich alles.
Es war wieder wie vor einem Jahr.
Wieder stand der Süden nur einen Schwertstreich vor einem Bürgerkrieg...

_________________
Was für ein Mann ist ein Mann, wenn er nicht die Welt verbessern will...

Niemals vergeben, niemals vergessen!
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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: So 27. Aug 2017, 14:28 
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Dohreah und Caoimhe hatten einen freien Nachmittag und flanierten durch die Unterstadt, ihr Ziel war ein Süßigkeitenhändler, der kandierte Erdbeeren verkaufte.
Sie sahen immer wieder, wie an den verschiedenen Aushängetafeln die Bekanntmachung des Archons aufgehängt wurde. Da die Aushänge für Pallas Kronion über die Wegbereiter vervielfältigt wurden, kannten beide schon den Inhalt des Aushangs.

Caoimhe sah ein wenig besorgt aus und fragte ihre ältere Schwester:
"Ist es... ist es klug, dass der Archon Entmachtungen über einen Aushang bekannt gibt?"

"Ja, ist es. Er hatte sie schon auf dem Feldzug verkündet, am letzten Abend. Früher ging es nicht. Und du weißt ja, was am letzten Abend verkündet wird, wird vergessen oder fällt untern Tisch... Hast du nicht den Bericht zum Feldzug gelesen?"

"Doch, doch... aber ich bin noch nicht beim letzten Tag, ich habe so viele Namen nachlesen müssen..."

Dohreah lächelte. Ihre Ordensschwester erledigte ihre Aufaben gründlich, auch wenn es dann länger dauerte.

"Es wird schon alles gut werden. Wir haben die letzten Tage doch zusammen mit Bruder Eusebius durchgerechnet, wie viel Mann wir versorgen können... ich hoffe der Stadtrat und der Elementrat hören auf uns. Es wird wohl erforderlich werden, dass wir den Osten der Stadt räumen, um dort Lagerplatz zu schaffen. Da ist es gut, dass die Bürger durch Aushänge schon vorher wissen, wer ihre Gäste sind."

"Ja, ich kann mir das trotzdem nicht vorstellen... wir haben für über tausend Mann gerechnet, ist das nicht was viel?"

"In der Herzfeste sind sie mit einem Teil aufmarschiert und es waren schon so viele. Ich gehe davon aus, dass sie es wieder tun. Und besser wir rechnen das Maximum durch und haben genug Vorräte, als zu niedrig anzusetzen und plötzlich weder Gäste noch Bewohner versorgen zu können."

Caoimhe nickte.
"Ich verstehe das ja. Aber wenn man den Erzählungen glaubt, sind sie so viel wilder als die anderen Kelten im Süden, soviel wilder als mein Clan oder deine Familie..."

"Es sind Menschen, nur Menschen. Du bist dooch zu alt für die Ammenmärchen, die sich die Marktweiber erzählen. Keine von ihnen hat je mit einem Bracar geredet, ich aber schon. Sie sind uns ähnlicher, als es erzählt wird."
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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: So 27. Aug 2017, 22:28 
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Registriert: Mi 8. Mär 2017, 09:19
Beiträge: 2
Said legte ein neues Stück Kohle in den Weihrauchschwenker und blies in das kupferne, reich verzierte Kesselchen, das an dünnen Ketten von der mit gold-blauen Arabesken verzierten Decke hing bis ein feiner, rötlicher Schimmer über dessen Rand glomm. Er zog ein Beutelchen mit Räucherwerk von seinem Gürtel, nahm eine gute Hand voll und streute es auf die Glut. Weiße Rauchschwaden erfüllten den Raum. Die Nacht war bereits durch das offene Fenster herein gedrungen und ihre kühle Luft erfüllte jetzt ein Duft von Sandelholz, Myrre, Weihrauch und Rosen. Der Kräftige Mann mit dem weit geschnittenen, nachtblauen Kaftan und dem stattlichen Turban in gleicher Farbe, warf einen dunklen Schatten in den spärlich mit Kerzen erleuchteten Raum. Yesara, Saids Schwester betrachtete unterdes konzentriert einen Zettel, den sie fest in ihrer Hand hielt. Sie saß auf einem der Kissen, die um ein gedrungenes, silbernes Tischchen herum angeordnet waren. Ihre Beine ruhten im Schneidersitz und der kunstvoll bestickte Saum ihrer königslbauen Pluderhose fügte sich fast nahtlos ein in die feinen Muster des orientalischen Teppichs der den Boden der Kammer bedeckte. Der Zettel war an den Ecken eingerissen, als wäre er von einem Anschlagbrett herunter gerissen worden.

"Said? Was hat das zu bedeuten?"

"Wir müssen in einem Mond vor Nyame und Archon treten. Mitglieder des Blutpaktes wurden ihrer Ämter enthoben. Alle Verantwortlichen des Paktes aus dem Süden wurden nach Pallas Kronion bestellt - Der König der Provinz, in der Atthagar liegt, auch."

"Ja! Das hab ich schon verstanden!" Entgegnete Yesara energisch. Ihre Augen blitzten auf wie sie es immer tun wenn ihr Temperament sich einen Weg an die Oberfläche bahnen will.
"Du solltest mich nicht für so unbedarft halten... Natürlich weiß ich was hier passiert. Aber nicht warum?"

Said musste lächeln. "Da hast du recht... entschuldige. Aber ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht worum es hierbei geht. Uns liegen keine Informationen darüber vor, was uns zur Last gelegt wird. Ich könnte nur vermuten das..." noch bevor er sich in Spekulationen verlieren konnte flatterte ein schwarzer Rabe in den Raum und setzte sich auf den Rahmen des offenen Fensters. Am knochigen Beinchen des Vogels war ein Zettel festgebunden. Said näherte sich langsam, nahm dem Tier die Nachricht ab, öffnete sie und begann zu Lesen. Sein Miene verfinsterte sich.

"Bruderherz? Schlechte Nachricht?" fragte Yesara besorgt. Ihr Zorn war sofort verflogen als sie den Blick ihres Bruders sah. Diesen Blick kannte sie zu gut. Und er bedeutete nichts Gutes.


"Finan Ruft den Pakt. Wir folgen dem Ruf. Außerdem lässt er alle Truppen in Atthagar sammeln. Dafür lässt er sogar wichtige Truppen abziehen. Ich hoffe das macht uns nicht mehr Probleme als es Nutzen bringt."
Said hielt inne - nachdenklich in das Dunkel auf der anderen Seite des Fensters starrend. Seine Schwester hatte ihren Zettel beiseite gelegt, neigte den Kopf ein wenig seitlich und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Hm.. er lässt sich aus der Reserve locken ohne zu wissen worum es überhaupt geht. Das wirkt ganz schön Hitzköpfig." Der Ton in ihrer Stimme klang ein Stückchen mehr nach einem Urteil als nach einer Feststellung.
"Weißt du noch, wie du zu mir meintest, diese Menschen im Pakt wären vielleicht Wilde, aber Wilde mit einem großen Herz?" Raunte Said.
"Natürlich weiß ich das noch." Gab sie schnippisch zurück, die Arme noch immer verschränkt.
"Nun - das Problem an einem großen Herzen ist, dass es oft bis zum Rande mit allerlei Gefühlen gefüllt ist. Und eben auch mit Wut und Zorn. Und ich befürchte, dass es dieser Gefühle bald zuviel sein könnte und..."
"...und du willst aufpassen das sie nicht Opfer ihrer großen Herzen werden?"
"Ja. Und dann blind Wut und Zorn freien Lauf lassen. Gerade in Pallas Kronion."

Yesara war während dessen aufgestanden und zu ihrem Bruder ans Fenster getreten. Ihre Hand ruhte auf seiner Schulter - beruhigte ihn. Er wandte sich ihr zu, die Stirn noch immer in Falten gelegt und schaute ihr tief in ihre Augen.

"Yesa, ich will das du mit mir kommst. Ich brauche dich als Rückhalt in Pallas Kronion. Nimm nicht zu wenig Dolche mit. Wer weiß was uns da erwartet."
"Wie du meinst, Bruderherz."Erwiderte Yesara mit einem Lächeln das er so nicht erwartet hatte.
"Ich werde noch eine Begleitung zu unserem Schutz mitnehmen." Fuhr er unbeirrt fort. "Shaz'ari - eine Kosarin - ich denke du wirst sie mögen."
"Gut. Dann wir machen das. Ich bin gespannt auf Shaz'ari"

_________________
Said Halef ben Hayder ay Ataf ben Jussuf al Bakash

    Gesandter des großen Sultan Aiman al Bakash
    Oberster Karawaner des goldenen Reichs
    Meister der mythodeanishen Glücksspielgilde
    Blutbannerträger des Blutpaktes
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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: So 27. Aug 2017, 23:15 
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Registriert: Di 22. Aug 2017, 08:14
Beiträge: 39
"Pahh, richtig widerlich hier, warum bin ich nochmal in den Osten gegangen? Viel zu voll hier, überall stinkt es..... man" grummelte Durana vor sich hin und trat ein Stein zur Seite
"Noch bist du nicht im Osten, Porto Armatio mag auf östlichem Gebiet liegen, ist jedoch eine freie Stadt... Niemand, der etwas auf sich hält, mag diesen Ort hier" entgegnete ihr Tresteas lachend und klopfte sich etwas Staub von der Kleidung
"Ach halt doch die schnautze, wo gehen wir jetzt hin?" Fragte Durana neugierig
"Jemand hat einen Boten geschickt der dich sucht und ich bringe dich jetzt dort hin" dabei deutete Tristeas auf eine schmale Seitengasse
"Ein Boten? Du willst mich doch verarschen, wer schickt mir denn bitte ein Bote? Weiß doch so gut wie keiner, dass ich hier bin." murmelte sie ungläubig vor sich hin.
"Jemand scheint es aber zu wissen und was hätte ich davon dich zu... wie sagst man... verarschen?" schmunzelte der ehemalige Soldat
"Ja, ist ja schon gut, dann lass uns halt da hin gehen" schnaufte sie nachgebend

Tresteas und Durana gingen plaudernd durch die Gassen, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Vor ihnen lag ein altes Haus. Durana ging hinein und kam nach einer Weile mit einen Brief wieder raus.
Tresteas lehnte draußen an einer Hausmauer und fragte schließlich lächelnd "Na, jemand gestorben?"
Durana blinzelte als sie in die Sonne nach draußen trat:"Nein, das nicht. Wäre mir aber lieber gewesen! Es gibt Probleme in meiner Heimat! Ecthelias hat mir diesen Brief geschrieben, es wurde überall Ausgehangen das mein Hochkönig von seinen Amt bis auf weiteres enthoben wurde. Ich muss sofort auf nach Pallas Kronion"
Tresteas kratzte sich am Kopf:"Wie Pallas Kronion? Ich dachte Atthagar wäre deine Heimat?"
"Ja, aber ich muss rausfinden was da los ist. Und wenn ich meine Familie richtig kenne, wird das nicht friedlich ausgehen. Außerdem muss ich mit Ecthelias reden." Besorgt strich Durana mit ihrer Hand durch ihre Haare
"Also wirst du wieder in die Heimat fahren und St. Georg nicht besuchen?"
"Ich werde versuchen rechtzeitig wieder da zu sein, versprechen kann ich dir allerding nichts, Ich muss jetzt schnell los. Die Winde mit dir" Durana wandte sich ab und wollte gerade gehen, bemerkte jedoch nicht, dass sie die Falsche Richtung einschlug.
"Warte!" rief ihr Tresteas nach "du gehst in die falsche Richtung und... komm... ich kenne da jemanden" fügte er lachend hinzu. Dann eilten beide gemeinsam in Richtung hafen

_________________
Durana Ainfean
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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: Mo 28. Aug 2017, 09:12 

Registriert: Fr 12. Mai 2017, 11:23
Beiträge: 27
Franz lief gerade mit einem Schwein an einer Schnur durch Lichtensee in Richtung seiner Fleischerei. "Na, komm schon Edeltraut, Du hattest es doch gut beim Bauer Karl." Als er so dahinschlenderte sah er einen Boten, der gerade einen Aushang anbrachte. Neugierig wie er war ging er in Richtung des Boten.

"Herr, könnt ihr mir bitte vorlesen, was ihr da anschlagt, mein Augenlicht ist nicht mehr das Beste." Anhand des Grinsens des Boten merkte Franz schnell, dass er diese Ausrede wohl öfter von Leuten hörte, die des Lesens nicht so wirklich mächtig sind. Aber höflich wie der Bote war, begann er Franz vorzulesen.

"Bekanntmachung


Im Namen von

Archon, Kjeldor von Hallwyl
Nyame, Gariann hall'Heledir
Thul´Heen, Alexij Davror und
Neches´Re, Agirios von Korinth

wird folgendes bekanntgegeben:

Die für den Blutpakt Verantwortlichen und gleichzeitig …...."


Nachdem der Bote fertig war, schaute Franz etwas verdutzt, so als hätte er nur die Hälfte von dem Verstanden was der Bote da sagte. Er schüttelte kurz den Kopf. "Danke, Herr. Geht doch hier den 3. Weg rechts, das 2. Haus. Dort ist meine Fleischerei. Isa soll euch noch nen Kanten Wurst und etwas Brot mitgeben für eure weitere Reise. Sagt ihr, Franz hätte euch geschickt."

Gedenkenverloren setzte sich Franz auf den Boden und zog ne geräuchterte Bratwurst aus seinem Umhängebeutel von der er genüsslich abbiss. "Hmm, das ist seltsam. Was ist da wohl passiert?" Franz hatte die Bracar in Holzbrück kennengelernt. Ja, sie waren ein wildes aber gastfreundliches und ehrliches Volk. "Wie es Ing wohl geht, wenn man seinen König der Ämter enthebt? Aber andererseits ist dies ein Aushang der von der Nyame kommt, sie hat bestimmt ihre Gründe." Ing's Hochkönig hatte Franz ja nur einmal kurz kennengelernt und bei dem Gedanken musste er etwas schmunzeln, weil der in etwa so aussah wie Franz an einem Schlachttag, lediglich der Bauch vom guten Werheimer Bier fehlte.

Andererseits hatte Ing sein Wort gegenüber eines Metzgers gehalten das durch einen Handschlag besiegelt wurde Truppen zur Verteidigung der Herzfeste geschickt, falls diese angegriffen werden sollte nachdem eine Ordensburg der Tivar Khar'assil und all deren Bewohner vernichtet wurden. Ein Handschlag bedeutet Franz mehr als die Worte hoher Damen und Herren.

"Politik. Aber vielleicht sollte ich....." Noch bevor er diesen Gedanken zu ende gedacht hat, sprang er auf, klopfte Edeltraut auf den Rücken. "Komm Edeltraut, wir müssen den Boten finden. Heute ist Dein Glückstag, Du hast noch ne Stunde bevor ich Schnitzel, Wurst, Bratwurstgehäck und die Kopfsülze für Heidemarie aus dir mache. Wir müssen einem Freund ne Nachricht zukommen lassen."

Schnellen Schrittes lief Franz zu seiner Fleischerei wo der Bote gerade mit einem Beutel Wurst und Brot heraus kam. "Herr, könnt ihr mir eine Nachricht aufschreiben....."
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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: Mo 28. Aug 2017, 10:28 
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Beiträge: 144
Elisabeth hatte den Sommer über in Eliars Hain ausgeharrt, darauf wartend endlich Rückmeldungen vom Sommerfeldzug zu hören. Wie eine Ewigkeit war ihr die Zeit vorgekommen, seid sie mit ihrer Familie vom Konvent im Frühjahr zurückgekehrt war.
Natürlich hatte sie Ablenkung durch Besuche und ihre Familie gehabt, ihre Tochter wuchs und beschäftigte sie den ganzen Tag. Aber im Hinterkopf blieb trotzdem die Sorge um ihre Freunde wie auch Kjeldor und Gariann.

Als sie nun an diesem Morgen vor dem Turm stand und in die Ferne blickte kam ihr ein Bote entgegen. Sie grüsste ihn und las dann rasch die Worte, welche ans Schwarze Brett neben der Tür des Turmes befestigt wurden. Ihre Augen weiteten sich während des Lesens. Was um Himmels Willen war da bloss vorgefallen. Sie nickte dem Boten zu und lief dann rasch in den Turm zu ihrem Arbeitszimmer um einen Brief an Gariann zu schreiben. Sie musste erfahren, was auf dem Feldzug geschehen war, und sie wollte es aus erster Hand hören und nicht ausgeschmückt von Wanderern, die auf ihrem Weg hier vorbeikamen.

_________________
Elisabeth von Goldenwald
Hohe Meisterin der Schriften
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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: Di 29. Aug 2017, 10:09 
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Beiträge: 54
Wohnort: Marburg
Der Provinzkönig stand auf dem noch nicht zu Gänze fertiggestellten Bergfried der Feste Ignistrutz als ihn der Bote erreichte. Die letzten Tage des Sommers zogen vorbei und an diesem Morgen wehte ein laues Lüftchen über die Zinnen der umliegenden Berge, hier am Ende des Gebirges. Er nahm schweigend das Pergament, entrollte es und begann zu lesen.

"Bekanntmachung


Im Namen von..."

Ohne eine Miene zu verziehen las er den gedruckten Text. Dann blickte er kurz auf und las es, nur zur Sicherheit, ein zweites Mal. Er konnte sie sich genau vorstellen, die Bracar Celtoi. Wie Finan und Ing, Connorson, sogar die Blutadler und alle anderen toben würden. Niemand erhielt gerne so ein Schreiben, das war klar, aber die Bracari am aller wenigsten. Alles was sie, wieder einmal, in der letzten Zeit, in der Tiefe des tobenden Krieges durchgemacht hatten, war hart und kräftezehrend gewesen. Nicht nur die Körper waren geschunden, auch der Geist war es. Die Angst zu verlieren, der unbändige Wille zu siegen und das Bewusstsein nicht scheitern zu dürfen. Es sind schon viele Geister an weniger Last zerbrochen.

Der Priester faltete den Zettel zusammen und gab ihn ohne ein weiteres Wort an den jungen Boten zurück, der pflichtbewusst gewartet hatte und ihn nun in die Schreibstube bringen würde. Er richtete seinen Blick gen Ebene. Die westliche Ebene in deren Richtung Assansol lag, weit jenseits der Baumgrenze. Dann richtete er den Blick weiter gen Süden. Auch dort lag die Steppe ruhig und friedlich da. Die Grenze zum Untod, an der sie standen. Die Grenze, die von hier so unscheinbar schien, so ruhig und friedlich. Und doch wussten es alle besser. Er wusste, dass er keinen Mann von hier abziehen würde für diese Sache, egal ob sie groß oder klein ausfallen würde. Er war sich sicher es bedurfte nicht vieler, sondern weniger Männer in Pallas Kronion um dies zu klären. Und die eigene Aufgabe hier war zu wichtig. Zwar war die Weltenschmiede wieder in den Händen der Siedler, aber dies war nur ein kleiner Teil, ein Akt des Krieges den sie so lange fochten.

Er blickte auf und sah über einer der Bergketten einen stolzen Adler kreisen, was ihm ein flüchtiges Lächeln auf die Lippen trieb. Ja, Stolz. Auch hier würde es der Stolz sein der alles kompliziert machte. Die Bracari waren, wie viele Krieger, ein sehr stolzer Stamm. Doch Stolz war keine Tugend in seinen Augen. Es war ein von vielen beschöntes Geschwür am Verstand der Menschen. Stolz ließ einen zu oft den eigenen Platz und Wert in großen Gefüge vergessen oder ihn für überwiegend halten. Denn Stolz und Hochmut gehen oft Hand in Hand. Und obwohl sie alle zusammen so viel Seite an Seite gekämpft und geblutet haben, war er nicht sicher ob die Bracari das Vertrauen aufbringen konnten ruhig und gemäßigt gen Hauptstadt zu reiten. Das gebührende Maß seines eigenen Ansehens im Dienste der Elemente. Das war es, was eine Tugend war. Demut. Demut vor dem gewählten Herrscher der sakralen Elemente. Aber er wollte nicht spekulieren. Er verteufelte noch einmal diesen kleinen Dämonen der trotz des gemeinsamen Feindes und des geeinten Siegels es immer wieder schaffte Ärger und Zwietracht unter Brüdern zu sähen. Doch vielleicht irrte er sich auch. Vielleicht war in den letzten Jahren das Siegel zusammengewachsen und zu einer Festung geworden, die durch so etwas nicht ins Wanken gebracht werden konnte. Vielleicht machte er sich umsonst Sorgen.

Er genoss einen letzten Blick über die Weite. Dann ließ nach seinem Pferd und seinem Heerführer schicken. Er selbst würde in die Hauptstadt reisen. Denn oft, wenn Schwerter nicht das Werkzeug der Wahl waren, genügten Wenige mehr als Viele.

_________________
Provinzkönig der 8. Provinz Neu Silvanien

In Taubheit geboren, zur Stimme geworden, tragen wir Feuer in unseren Herzen.
susurratio ducit ad aequitati
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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: Di 29. Aug 2017, 13:23 
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Registriert: Mo 14. Mär 2016, 00:01
Beiträge: 1
Es war ein nebliger Morgen.
Klamm war die Luft als ich das Krächzen des Raben vor mir vernahm. Mein Kopf dröhnte und ich versuchte mich aufzurichten. Neben mir am Lagerfeuer lagen noch ein paar Blutadler die wir gestern auf ein paar Runden Bananamama eingeladen hatten. Und wer die Blutadler kennt, weiß wie unser Fest mal wieder ein kleines bisschen ausgeufert war.
Der Rabe vor mir war keine Halluzination, soviel wurde mir langsam klar. Er kam auf mich zu und ich bemerkte die kleine Schriftrolle an seinem Bein, versiegelt mit dem Zeichen des Hirschen. Ich zerbrach eilig das Siegel und überflog die Zeilen Die Nachricht kam von Hochkönig Finan höchstpersönlich. Ich las den Text ein zweites mal um sicherzugehen, das der Vogelbeerschnaps der Blutadler meinen Verstand nicht zu sehr benebelt hatte.

Da kam neben mir Aka Simka wieder zu Bewusstsein. Sitzt da ein Rabe vor dir auf der Erde? Ja, erwiderte ich. Ein Rabe mit einer Nachricht von Hochkönig Finan. Er riss mir den Zettel aus der Hand und überflog die Nachricht.

Er grinste, legte seine Hand auf meine Schulter und sagte: Es geht los. Ja, erwiderte ich meinem alten Freund. Es geht los..
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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: Di 29. Aug 2017, 14:06 
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Registriert: Sa 11. Mär 2017, 21:09
Beiträge: 40
Einige Tage, bevor der Rabe des Hochkönigs in Regiswacht eintrifft:

Der Bote kam am frühen Morgen, das Gewand bis zur Brust mit Schlamm beschmiert, den Aushang noch in der Hand. Er stand sicherlich eine Zehntelstunde vor dem Tisch, bevor er die Hand auf das Holz krachen ließ. Nach dem dritten Mal dann kam die kleine, ältliche Frau aus dem Nebenzimmer, rückte Schreibfeder und Tintenfass zurecht, fingerte an den Papieren herum und sah dann nach oben.
"Er wünscht?"
Der Bote sah nicht glücklich aus.

"Er wünscht? Er wünscht?! Er wünscht, seinen verfe ... verdammten Aushang endlich aushängen zu dürfen. Eine Woche durch diesen auquaverfluchten Wald gestapft. Eine Woche nichts als Dornen, Dickicht und Wassergetröpfel unter jedem Baum. Und wenn ich dann endlich am Fjord bin, durch diese Schlammkuhlen, die ihr hier Straßen nennt, dann jagt mich irgend so ein Heini vom Brett weg. Redet was von einer Genehmigung. Für einen Aushang. Vom Archon!"
Der Ausbruch hatte nur begrenzt Wirkung auf die Offizielle, die ungerührt angefangen hatte, ihr Sichtglas zu polieren.
"Aushang ohne Sonderbefugnis vom WBA ist genehmigungspflichtig und bedarf einer Zusatzbefugnis für öffentliche Verkündigungen (Schriftform), die ... "
"Ja, ja doch. Darum bin ich doch hier. Das ist ein Aushang vom Archon. Vom Archon!"
"Von wem bitte?"
"Der Archon! Seid ihr hier alle erst vom Boot gefallen? Der Hüter des Landes, bestellt von den Quihen'Assil, in heiliger Mission ..."
"Ach so, dieser König. Das ist aber vielleicht politische Korrespondenz, die muss dann erst an das Wesirat, da wird ein Prüfungsverfahren eingeleitet."
Der Bote stöhnte, und beugte sich ein wenig näher.
"Das könnt ihr hier doch nicht ernst meinen. Ich mein', also die Stadt hier - das ist doch alles nur Schlamm und Holzbaracken. Ihr habt hier doch noch nicht mal 'nen Hafen. Oder 'n Dreckwasserkanal. Und da zieht ihr hier so eine Schachtel auf und macht ein Trara, um was? Wegen dem Wisch hier?" Aber es gelang ihm nicht, durchzudringen.

"Eine Kanalarbeitskommission ist bereits eingesetzt und wird in Kürze einen Bericht zur Lage veröffentlichen. Dieses Prozedere ist zufluchtsweisungsgemäß und darf nur in Notfällen (einzusehen unter § A38: "Verhalten im Notfall und das Erkennen desselben") ausgesetzt werden, um eine koordinierte Handlungsabfolge ... " Als der Bote ihr das Blatt ins Gesicht drückte, hörte sie tatsächlich auf.
"Kann ich das jetzt so aushängen, oder was?" Sie nahm das Papier aus ihrem Gesicht und fing an zu lesen.
"Bekanntmachung ... im Namen von ... haben sich ... einzufinden ... bis auf weiteres ... enthoben ... oh! Das ... äh, also ... also so etwas ... " "Ja? Was?!" "So etwas überschreitet die Befugnisse meiner Besoldungsgruppe. Das muss ich weiterreichen ... weit nach oben weiterreichen ... und zwar möglichst gleich ... jetzt."


Ein wenig später:

Wenigstens gab es eine Ratskammer. Es mochte nicht genügend Volk zu verwalten geben, nicht genug Verwalter, die es verwaltet hätten oder auch nur Tinte und Pergament, um damit verwalterisch tätlich zu werden, aber es gab eine Ratskammer dafür. Und ab und zu konnte man in ihr sogar etwas Sinnvolles tun.
Chattras hatte sich gegen den Holzrücken seines Hockers zurückgelehnt und starrte entnervt in Richtung Decke. Von der es herabtropfte, aber in diesem Land tropfte immer irgendwo etwas von etwas anderem herab, also war zumindest dies nichts Neues.
"... daher weist das Bau-Wesirat alle Vorwürfe mangelnder Einsatzbereitschaft zurück und verweist noch einmal auf die Notwendigkeit der Anschaffung einer Schlammwalze, welche hoffentlich die allgemeine Verschlammung durch nachhaltiges Wälzen der hydroaffinen Erdoberfläche .. ja, was ist das denn? Ich war doch noch nicht fertig!"
"Verzeihen, Frau Wesir, aber dies hier wurde soeben vorgebracht. Es erscheint dringlich. Vom Archon zum Aushang. Betrifft den Pakt."
Der Beschwörer lächelte (ein wenig). Das klang zumindest unterhaltsam (auch wenn es wahrscheinlich Probleme bedeutete). Außerdem konnte er hier seine neuerworbene Macht ein wenig ausspielen. Er setzte sich auf. "Nun, dann zeigt vor. Wir unterbrechen das geplante Prozedere - nein, das hier hat Priorität. Lest vor, guter Mann."
"Ich... äh ... jawohl, Euer Eminenz. Also. 'Bekanntmachung. Im Namen von: Archon, Kjeldor von Hallwyl ..."


"Kerghan!"
"Wie meinen?"
"Soll heißen: Verdammt. Das ist gar nicht gut."
Chattras stand auf und stapfte im Kreis über den schlammigen Holzboden. Es hatte sich zweifelsohne angekündigt. Die Spannungen waren auf dem Feldzug mit den Händen greifbar gewesen. Aber trotzdem ... hatte der Archon denn gar nichts aus seinem Besuch im Pakt gelernt? Das waren keine Lehnsleute, keine Feudalherren, die Ämtern und Hierarchien folgten. Die Clans respektierten Menschen, Ereignisse, Worte und vor allem große Gesten. Dies hier ... selbst in der Zuflucht würden sie es sich dreimal überlegen, bevor sie einen Verbündeten wie die Bracar (und man sollte sich nichts vormachen: Die Bracar waren, zumindest derzeit noch, der Blutpakt) derartig bürokratisch behandelte. Das konnte nur Ärger geben.

Unglücklicherweise auch Ärger für ihn. Natürlich gab es bereits einen Weisungskonflikt. Der Archon war selbstverständlich Herr des Reiches und, dem hierokratischen Verständnis der O Kosh nach, damit zu respektieren. Die Bracar allerdings waren per Vertrag mit der Zuflucht verbunden, und das schon länger, als man Lehnsnehmer in diesem Land war. Hinzu kam, dass die O Kosh die Feudalpyramide nur als unangenehme Notwendigkeit akzeptiert hatten.
Und eigentlich gibt es dieses Land erst seit, was? Zehn Jahren? Wenn die Quihen'Assil nicht überall ihre antiquierten Strukturen eingeführt hätten ...
Chattras wischte seine semiblasphemischen Gedanken beseite und konzentrierte sich auf den Moment.
"Also gut. Das ist zwar beunruhigend, aber noch ist da nichts Konkretes. Wir werden abwarten, was die Bracar sagen - und wir werden uns auf den Ernstfall einstellen. Vorräte aufnehmen, Wachen drillen und vor allem Kontakt zur Seehandelsgilde aufnehmen, Wenn die Versorgungslinien gekappt werden sollten, will ich eine unabhängige Verbindung zum Rest von Mythodea ... und darüber hinaus."
"Und der Aushang? Äh, verzeihen, Eminenz, aber soll er, äh ... ausgehängt werden?"
"Den Soldaresch wird das nicht gefallen. Das sind ohnehin alles halbe Bracar, und doppelt so ehrversessen." Chattras nickte seiner Militär-Wesira zu. "Zustimmung. Wir müssen die Bevölkerung nicht unnötig verunsichern. Einstweilen bleibt der Aushang unter Verschluss. Wir geben vielleicht später eine Erklärung raus. Im richtigen ... Kontext. Eine Abschrift fürs Archiv, eine zweite geht zu Ihrer Grauen Eminenz. Und dann hoffen wir, dass nichts ... Unangenehmes passiert."
Er sprach es nicht aus, aber die Möglichkeiten schwirrten in seinem Kopf herum. Öffentliche Lossagungen. Racheschwüre.
Sezession.

_________________
Chattras, Sohn des Serrasthes, Haus Melanes
Eminenz der O Kosh not Un
Landvogt und Großwesir von Regiswacht


"Plus ultra"
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 Betreff des Beitrags: Re: Bekanntmachung betr. dem Blutpakt und deren Verantwortli
BeitragVerfasst: Mi 30. Aug 2017, 10:00 
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Ein offener Brief an meine Freunde im Blutpakt:

Meine Freunde,

das Zerwürfnis zwischen Euch und den Herrschern des Südens raubt mir den Schlaf, denn ich kann nicht hinnehmen, dass dies zwischen uns steht! Zweimal habt Ihr mir und meinem Orden schon angetragen dem Blutpakt beizutreten. Zweimal haben wir dankend abgelehnt und auch jetzt bin ich von Dieser Entscheidung überzeugt. Dennoch erlegt sie uns allen dieser Tage eine schwere Bürde auf, an der unsere Freundschaft zu zerbrechen droht, was – so wage ich zu behaupten - keiner von uns will!

Ing: Meine Freude und Erleichterung war unbeschreiblich, als Du mit den Deinen an der Bresche des Weltenwalles den Gegenstoß anführtest und damit mir und den Meinen Zeit verschafft hast. Das wiedersehen war kurz doch unendlich freudig.

Jarl Aegir: Stets habe ich den Trunk mit Dir genossen und Dich auf dem Schlachtfeld in die richtige Richtung geführt, wenn Deine Orientierung noch nicht zurückgekommen war.

Noreia: Keine Sekunde habe ich gezögert Dir mein Schwert zu reichen und zur Seite zu stehen, als Du trotz Deiner Verletzungen zum Duell an der Weltenschmiede antratest.

Said Halef ben Hayder ay Ataf ben Jussuf al Bakash: Unser beider Ambitionen für das Reich und die Provinz sind mehr als ehrgeizig und es ist unverkennbar, dass wir an einem Strang ziehen.

Artis „Riesentöterin“: Dir zu ehren habe ich ein Lied verfasst, geistigen Kaffee am Morgen mit Dir genossen und war von Stolz erfüllt, als Du die Klinge in Gedenken an Siofra gefordert hast. – Ehre sei den Va’Hatar!

Finnley: Wie gerne habe ich immerwieder Deinen Liedern und Geschichten gelauscht und anregende Gespräche dazu geführt.

Bor: Die Clava endgültig an Dich zu binden ist mir zur Herzensangelegenheit geworden, wie ich Dir zum Convent der Elemente hoffentlich zeigen konnte.

Izma „Birascupan“ Krzno: Du holde Maid hast mir den Maskenball im Reich der Rosen wahrlich versüßt und niemals werde ich diese Stunden vergessen; auch nicht, wie Du uns allen auf dem letzten Feldzug in die Kelriothar Trost gespendet hast.

Fen: So schwer mir das Herz auch sein mag, Du vermagst mir auch in der schwersten Stunde immerwieder ein lautes Lachen abzuringen.

Raj Levian Houngan: Ich wusste stets, dass niemand Dir gleichkommt, wenn es darum geht Dinge aufzutreiben, die eigentlich nicht aufzutreiben sind. Immer hattest Du ein offenes Ohr für mich und meine Anliegen.

Connorson McRoth: Nie werde ich unser erstes Treffen in der Taverne zu Holzbrück vor 3 Jahren vergessen und unser Gespräch über die Vorzüge des Bastardschwertes, während der Met in Strömen floss; doch war es nur ein schaler Vorgeschmack auf die folgenden Stunden im Zuber. Meine Anerkennung für Deine Entscheidung Kjeldor zu unterstützen kennt keine Grenzen, ebensowenig wie Dein unbeugsamer Mut in der Schlacht.

...lange könnte ich diese Liste noch fortführen und um Namen, wie Landogar, Skaun oder Braian erweitern, um nur wenige zu nennen. Doch will ich nur einige Beispiele geben, um klarzumachen, was eigentlich offensichtlich ist: Wir alle sind aus einem Holz geschnitzt – egal welchen Ursprungs. Wir alle teilen die selben Leidenschaften – unerheblich welche höhere Macht uns dabei lenkt. Wir alle haben uns für ihre Heiligkeit und seine Exzellenz eingesetzt – ungeachtet der Zeiten und unserer eigenen jeweiligen Stellung; oder gar der Aussichten.
Stets standen wir zusammen, doch ist Loyalität unteilbar! Ich kann, will und werde nicht von jenen abweichen, denen meine Treue gilt: Den rechtmäßigen Herrschern des Südens, noch werde ich meine Pflichten im Dienst eines Hauptmanns des Reiches verletzen. Und so richte ich flehend meine Bitte an Euch: Erkennt, wohin Euch Euer Weg nur führen kann!
Der Süden ist unsere Heimat! Schmäht ihn nicht! Ihr habt dort Titel, Ämter und Ländereien, die Ihr Eure Siedlungsgründe nennt. Was könntet Ihr mehr verlangen? Wenn es Anerkennung für die eine Tat ist, die Ihr sucht, dann macht diese nicht selbst zunichte, indem ihr bei einer anderen nur Eurem eigenen Ruf folgt.
Ich selbst weiß, dass vieles, was Euch vorgeworfen wird auf nichts als Lügen und übler Nachrede fußt. Gleichwohl habe ich auch mit eigenen Augen gesehen, wie Ihr im Einzelnen oder gemeinsam eigenmächtig und zu unser aller Nachteil gehandelt habt, was Euch – so vermute ich - nicht bewusst gewesen sein wird:
Ich selbst war Zeuge, dass Ihr ein großes Ritual durchgeführt habt, obwohl es Euch der Bannerrat untersagt hatte.
Spät in der Nacht erreichten mich persönlich Eure Boten mit der Nachricht, Ihr hättet eine Mienensperre quer zu unserer eigenen Angriffsachse für die Schlacht am kommenden Tag gelegt.
Connorson, mein Freund: Bis heute hast Du Deine Strafe nicht angetreten, die Dir auferlegt wurde, obgleich Du Dich zu Deinen Verfehlungen bekannt und das Urteil angenommen hast. Lass Deinen Worten endlich Taten folgen, so wie Du es stets zuvor getan hast!
Dies alles könnt Ihr nicht bestreiten und es ist auch nicht allein Sache des Südens dem nachzugehen – es betrifft alle Siegelgebiete. Unsere Herrscher sind in dem Maße für Euch verantwortlich, wie sie Euch nun zur Verantwortung ziehen. Es ist ihre Pflicht gegenüber den Elementen.
Zudem: Führt Euch selbst vor Augen, welche Freiheiten sie Euch bislang stets eingeräumt haben und um Euretwillen den Missmut anderer ertrugen. Ich sage offen: Auch meinen!

Was glaubt Ihr also Durch Euer Aufbegehren zu erreichen? Wird unser Thul’Heen Euch sein Schwert abtreten? Nein. Er alleine ist der rechtmäßige Herr über alle Truppen, die der Süden stellt.
Wird unser Archon das Knie vor Euch beugen? Nein. Er ist der rechtmäßige Herrscher des Reiches.
Werden die Elemente Euch eigene Herrscher schenken? Nein. 5 Siegel waren zu brechen und keine sind mehr übrig.

Rückt ab von Eurer Haltung und kommt in den Kreis der Familie zurück. Übernehmt Verantwortung für Eure Taten und nehmt den Tadel hin, der notwendig ist. Wisset: Bislang seid Ihr alle lediglich zu einem klärenden Gespräch gerufen worden. Nirgendwo in den Worten des Archons findet sich eine direkte Anklage oder Beschuldigung. Zumindest solange sollen die Ämter meiner weiterhin geachteten Mithauptleute ruhen.
Ungeachtet, ob es klug war Euch dies alles über einen Aushang kundzutun, es ist das Privileg der Herrschenden so zu verfahren; dem haben wir alle uns zu beugen.

Nehmt diese Gelegenheit wahr um Frieden zu stiften und uns allen zu zeigen, dass wir auch weiterhin verbunden sein wollen. Gleich ob es Euren Stolz verletzt, so ersuche ich Euch darum Besonnenheit walten zu lassen. Wenn Euer Vorwurf das Fehlen eben jener Besonnenheit bei unseren Herrschern ist, so beantwortet es am besten, indem Ihr den ersten Schritt auf einem Weg tut, den wir wieder gemeinsam beschreiten können.

In Freundschaft und Hoffnung
Harras von Grauenfurt

_________________
Hauptmann des Südlichen Siegels
Heerführer der Feste Ignistrutz
Hüter des heiligen Siegels von Grauenfurt

semper per ignem
per clamoris custodiantur
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